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RoGe 3-S.3

Zunächst Zweikuppler Wie bereits erwähnt, konnte für die während des 1. Weltkriegs eröffnete Kleinbahn Könnern – Rothenburg keine fabrikneue Lokomotive beschafft werden. Durch Vermittlung der provinzialsächsischen Kleinbahnabteilung in Merseburg gelangten zunächst zwei zweifach gekuppelte Lokomotiven der Kleinbahn Gardelegen – Kalbe (Milde) nach Rothenburg . Sie genügten bis Mitte der dreißiger Jahre den Anforderungen und wurden dann wiederum durch gebrauchte Zweikuppler ersetzt, die zuvor bei der Kleinbahn Bebitz – Alsleben und der Stendaler Kleinbahn zuverlässig ihren Dienst versehen hatten. Schon bald nach Übernahme durch die DR dominierte die Dieseltraktion. Triebwagen und Kleinlokomotiven gehörten fortan zum täglichen Bild. Die letzten Dampfloks konnten schon Anfang der sechziger Jahre durch Dieselloks der Baureihe V 15 (später Baureihe 101, heute Baureihe 311) ersetzt werden.Die zu Kleinbahnzeiten alt gekauften Reisezugwagen setzte die DR recht bald auf anderen Strecken ein. Zwei Personenwagen scheinen nicht mehr in den Bestand übernommen worden zu sein, denn sie fehlen in den Umzeich- nungsplänen. Während von 1921 bis 1936 je ein Personen- und Gepäckwagen den Anforderungen genügte, mußten 1937 zwei und 1939 ein weiterer Personenwagen beschafft werden. Sie waren bei der Altmärkischen Kleinbahn, der Kleinbahn Annaburg – Prettin und der Kleinbahn Ellrich – Zorge durch den Einsatz von Triebwagen entbehrlich geworden. Bis 1949 zählten zum Bestand der Kleinbahn Könnern – Rothenburg stets nur zwei Güterwagen.Fahrzeit 22 MinutenDer Bahnsteig des am nördlichen Ende der Staatsbahnanlagen befindlichen Kleinbahnhofs Könnern lag an der Hauptbahnstrecke in Richtung Sandersleben. Am Straßenübergang in Richtung Köthen, der die Kleinbahnanlagen von denen der Staatsbahn trennte, stand eine kleine Wärterbude. Hinter der Kreuzung mit der heutigen Bundesstraße 71 folgte das Gelände der alten Zuckerfabrik Könnern, nicht zu verwechseln mit der neuen Könnernschen Zuckerfabrik an anderer Stelle. Die Trasse führt nun in westlicher Richtung weiter und erreicht vor der Bundesstraße 6 den Bereich der früheren Haltestelle Wietschke (Kilometer 1,3). Von hier aus folgt das ehemalige Kleinbahngleis mit sichtbarer Neigung der Landstraße nach Nelben zur Georgsburg, deren gleichnamige Haltestelle (Kilometer 2,5) nach einer Krümmung von etwa 90 Grad zu sehen war. Hier zweigt heute das Anschlußgleis zur Hoch- und Tiefbau GmbH ab und begann das zur Saale führende Verladegleis. An den Bergen des Saaletals entlang verläuft das Gleis nun bis Rothenburg . Auf den jenseits des Flusses liegenden Hängen ist das Naturschutzgebiet von Zickeritz zu sehen, das der Volksmund als „Zickeritzer Schweiz“ bezeichnet. Im Kilometer 4,0 verengt sich das Saaletal. Die Trasse rückt nun weiter an die Saale heran, überquert den unteren Mühlgraben im Kilometer 4,7 auf einer Brücke mit eisernem Überbau und Trapezträgern. Die Stützweite dieses Bauwerkes beträgt 34,4 Meter. Die im Kilometer 5,2 folgende Brücke mit einer Stützweite von 44,9 Metern existiert – wie bereits erwähnt - nicht mehr. Der Einschnitt wurde 1963 zugeschüttet. Schließlich endet das Gleis inmitten von Industrieanlagen am Bahnhof Rothenburg. Der Lokomotivschuppen auf dem Gelände des Draht- und Seilwerkes (errichtet 1916 mit Inbetriebnahme der Bahn) , ein bis Ende der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts weithin sichtbares großes Gebäude, wurde 2006 abgerissen. Wie schon angedeutet, fällt das Gleis von Könnern aus leicht ab. Apropos „bergab“: Ein Nachtgüterzug in Richtung Rothenburg sollte am Bahnhof Könnern zusammengestellt werden. Waggons mußten gekoppelt werden, bevor die Fahrt beginnen konnte. Dem Rangierer kam ein „menschliches Rühren“ an und er verschwand im Stellwerk. Währenddessen wurde von der Lok eine Rangierbewegung ausgelöst. Eine Zuggruppe ohne Lok kam ins Rollen. Die Waggons wurden immer schneller, denn es ging „bergab“ nach Rothenburg. Keine Schranken wurden geschlossen. Das „Expreßgut“ rollte mit über 80 Stundenkilometer über die B 71, die B 6 und landete in Rothenburg, ohne Entgleisung und Unfall. Den Halt am Prellbock überstanden die Waggons aber nicht ohne Schaden. Und eigentlich waren auf der Strecke nur 15 Stundenkilometer erlaubt.Impressum :Rothenburger Geschichte(n) Schriftenreihe Nr. 3 / September 2008500 Jahre Industriegeschichte Rothenburg a.d.Saale e.V., Am Kindergarten 11, 06420 Rothenburg/S.Verantw.: P. Stuffrein