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RoGe 4-S.3

Im Zuge des rasanten Bedeutungsgewinns erneuerbarer Energien weltweit erfolgte auch in der Region der Saale „eine Wiederentdeckung“ der Vorteile der Wasserkraftnutzung. Betrug 1990 die installierte Leistung an stromerzeugenden Wasserkraftanlagen im Flussgebiet der Saale 1.477 Kilowatt, waren es 2008 bereits 10.688 Kilowatt. Dazu gehört das Wasserkraftwerk in Rothenburg, das seit Anfang 2007 von der Fa. Wasserkraftanlagen Rauch ( mit Sitz in Oberviechtach/Bayern) betrieben wird. Für die Umsetzung der unternehmerischen Ziele der Firma Rauch bezüglich Wirtschaftlichkeit fand die Anlage mit dem Standort in der Nähe des Wehres beste Voraussetzungen.Der Standort wird in einer Planungsunterlage wie folgt beschrieben:„Die Wasserkraftanlage befindet sich in einem ca.400 m breiten , durch steile Felshänge begrenzten Abschnitt des sich von Friedeburg bis Nelben erstreckenden Durchbruchstales der unteren Saale am Nordwestrand der Ortslage Rothenburg.Auf der ca. 2-3 m höherliegenden und ca. 250m breiten Talebene befinden sich die Gebäude und Anlagen des WDI – Werkes.“ Einheimische wissen: Hier war früher das Schwimmbad des Draht- und Seilwerkes ! Das sogenannte „Buchtenkraftwerk“ ist ein positives Beispiel für die Nutzung alternativer Energiequellen in Deutschland. Die Ausführung als Buchtenkraftwerk hat keinen Einfluss auf den Pegelstand der Saale, da es die Stauhöhe des Wehres unverändert nutzt ( im Vergleich zu Ausleitungskraftwerken, bei denen das ursprüngliche Flussbett nur noch von einer Mindestwassermenge durchflossen wird). Drei Kaplanturbinen mit einer Leistung von insgesamt 1500 Kilowatt und einer Fallhöhe von 1 bis 3 m wurden speziell für die Gegebenheiten am Rothenburger Standort ausgewählt.Die Wasserkraftanlage der Fa.Rauch erzeugt knapp 10 Mio. Kilowattstunden Strom im Jahr. Die jährlich erzeugte Energiemenge entlastet die Umwelt um ca. 9500 Tonnen Kohlendioxid, ca. 6900 Tonnen Stickoxyde und 6900 Tonnen Schwefeldioxyd im Jahr und reicht zur Versorgung von ungefähr 3400 Durchschnittshaushalten. Besonders erwähnenswert ist die Ausstattung des Kraftwerkes mit einer Fischauf- und abstiegsanlage. Seit Bestehen des Wehres war die biologische Durchgängigkeit der Saale flussaufwärts unterbrochen. Mit der Inbetriebnahme des Wasserkraftwerkes wurde diese Unterbrechung beseitigt. Die Ausführung des Kraftwerkes erfolgte auf der Grundlage einer entsprechenden Umweltverträglichkeitsprüfung mit fischereibiologischem Gutachten (2005).Mit dem Bau und dem Betrieb dieser Wasserkraftanlage knüpft der Ort Rothenburg an seine Tradition der Nutzung der Wasserkraft als natürlichen und erneuerbaren Energieträger an. Impressum:Rothenburger Geschichte(n),Schriftenreihe Nr.4/Dezember 2008 500 Jahre Industriegeschichte Rothenburg a.d. Saale e.V.,Am Kindergarten 11, 06420 Rothenburg/S.Verantw.: A.Oelke