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RoGe 5-S.2

Nachdem Rothenburg noch Jahrzehnte lang an den Wunden des 30-jährigen Krieges (1618-48) gekrankt hatte (fast völlige Verwüstung des Dorfes begleitet von mehrmaligen Ausbrüchen der Pest), begann sich der Ort zum Ende des 17. Jahrhunderts mit der Wiederherstellung des Bergwerks und der Eröffnung der Schifffahrt durch den Schleusenbau (1698) zu erholen. Um 1700 gab es einflussreiche Persönlichkeiten und angesehene Einwohner in Rothenburg, die in ihrem Testament Geld und Wohnhäuser zur Verfügung stellten, um den sozial Schwachen eine Wohnstätte zu geben. Zu ihnen gehörte Pfarrer Hieronymus Grell, geb. am 23.10.1671 in Ribbeck bei Brandenburg, Pfarrer seit 1706, gest. am 23.09.1748 in Rothenburg. Er hatte in den Jahren 1708 bis 1712 unmittelbar neben dem Kirchplatz auf einem Gartengrundstück der Domäne (heute der Standort der Glas- und Papiercontainer) ein größeres Wohnhaus erbauen lassen und 1720 eine rechtliche Vereinbarung geschlossen, worin festgelegt war, wie mit diesem Haus nach seinem Tod zu verfahren sei. Damit wurde die Grundlage für die Grell‘sche Stiftung gelegt. Sein Vorbild war die 1695 von seinem berühmten Zeitgenossen August Hermann Francke (1663 – 1727) in Halle/Saale gegründete Armenschule mit Waisenhaus, die ein wichtiger Teil der Franckeschen Stiftungen war. Der Pietismus (geistige Strömung im Protestantismus im 17. / 18. Jahrhundert), der in seiner Prägung durch Francke auf christliche Praxis und Armenfürsorge setzte, hatte auch in Rothenburg seine Wirkung entfaltet.Den Aufzeichnungen von Pfarrer Grell über sein Predigtamt in Rothenburg und Garsena ab 1706 ist zu entnehmen, dass der Bau des Gebäudes mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden war. Pfarrer Grell war sehr sozial eingestellt und hatte bereits 1707 für die ärmste Schuljugend in Rothenburg den freien Schulbesuch durchgesetzt. Nachstehende Auszüge aus zwei Fortsetzungen seines Werkes belegen die damaligen Bau- und Finanzierungsprobleme:Dritte Fortsetzung zum Hauptband (1711-12)„….nemlich, dass 1707, da ich aus erheblichen Ursachen entschloß, hiesigen armen Kindern die Schule freizugeben… Zugleichen, da 1708, denen armen Kindern und Eltern zu besten auf einer wüsten Stelle ein Häuschen zu bauen im Sinn hatte… Als hierauf 1709 zwei Stockwerke in solchem Bau aufgemauert waren…. Und als ich 1710 mit Verfertigung des Kellers und der Küchen und des untersten Stockwerkes Unterscheidung zu thun hatte und im Bau weiter nicht fortkommen konnte….“ (S. 4)