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RoGe 5-S.6

Bei der Interpretation der Stiftungssatzung verweist Pastor Wilcke in seiner Chronik auf eine Unterlassung seines angesehenen Vorgängers:„Bei diesen Statuten nun hat der selige Pastor Grell den Fehler begangen, keinen Fonds anzuweisen, aus welchem das Haus im baulichen Stande erhalten werden könnte; es ist daher, widrigenfalls es schon längst verfallen wäre, der meiste Theil der Miethsgelder dazu verwendet, theils einen solchen Fonds zu bilden, theils die Ausgaben zu bestreiten, welche die Erhaltung dieser Stiftung notwendig machen.“ (S. 161)Was wollte Pastor Grell erreichen?1. Weder die kirchlichen Behörden, die Landesbehörden noch andere Institutionen sollten die Möglichkeit haben, dieses Haus zu „vereinnahmen“ oder zu benutzen2. Es sollte eine soziale Einrichtung werden für - Pastorenwitwen (freie Unterkunft) - arme Kinder (Unterstützung bei Schulgeld und Schulbüchern).Es war der Mangel an finanziellen Mitteln, der verhinderte, dass die Grell’sche Stiftung ihren Zweck in vollem Umfang erfüllen konnte. Im Volksmund hieß dieses Haus viele Jahrzehnte auch Waisenhaus, obwohl bekannt ist, dass dieses Gebäude nie von Waisen genutzt wurde. Es ist auch nicht überliefert, ob Pastorenwitwen jemals in diesem Haus gewohnt haben. Über die Nutzung des Gebäudes von 1748 bis 1798 liegen keine Angaben vor. Die Rothenburger Schmelzhütte ließ 1798 das Gebäude sanieren und richtete eine Dienstwohnung für den Schuldirektor sowie einen Klassenraum ein. 1799 nahmen die ersten 45 in Pastor Wilckes Chronik namentlich erwähnten Schülerinnen (18) und Schüler (27) ihren Klassenraum im Waisenhaus in Besitz. Unter ihnen befinden sich für Rothenburg geläufige Namen, wie Bosse (Friedrich und Marie), Dietzsch (Christoph und Dorothee), Naumann (Christian), Kersten (Franz), Gensow (Gottfried), Müller (Anna), Thiele (Daniel).Mit dem Bau des kleinen Schulgebäudes neben der Kirche wurde die Dienstwohnung wieder frei. So berichtet Pfarrer Salzmann in seinen ergänzenden Aufzeichnungen zur Wilckeschen Chronik, dass mit Ostern 1861 die Direktorwohnung und die Schulklasse aus dem Waisenhaus entfernt und in das neue Schulhaus verlegt wurden, so dass die Anstalt ihrem ursprünglichen Zweck wiedergegeben wurde.